Eintritt bei den Jungen Liberalen
Der Gedanke von Freiheit, Verantwortung,
Lebendigkeit und Vielfalt hat mir schon immer gut gefallen – Das
Grundsatzprogramm „Humanistischer Liberalismus” brachte mich also nach
reiflicher Überlegung zu den Julis.
Meine erste Juli-Diskussion führte ich im
Winter 2003 in der Karlsruher Geschäftsstelle, kurz danach wurde ich Mitglied:
Eine Entscheidung, die ich niemals bereut habe. Die Unabhängigkeit der Julis,
ihre Geschichte und ihr latent rebellisches Benehmen passen einfach wunderbar zu
meinem Lebensgefühl.
Zwei Jahre Kreisvorsitzender bei den JuLis Karlsruhe
Gekommen um zu bleiben wurde ich nach wenigen Monaten Kreisvorsitzender der
Julis Karlsruhe. Das Gemenge aus zahlreichen interessanten, intelligenten,
unheimlich verschiedenen und witzigen Persönlichkeiten ermöglichte mir zum
ersten Mal einen echten Blick über den Tellerrand der eigenen Lebenswelt – Eine
Erfahrung, die süchtig macht! Kein Wunder also, dass ich fortan jede
Juli-Veranstaltung besuchte.
Sehr schnell war ich beeindruckt von der Art und
Weise, wie bei uns Programmatik erarbeitet, verkauft und umgesetzt wird.
Nach ernüchternden Erfahrungen in der SMV hatte ich das seltene Gefühl, dass endlich
einmal viel Zeit für wirklich interessante Themen da sein kann. Außerdem ist es
einfach eine großartige Erfahrung, gemeinsam und respektvoll mit Doktoranden,
Auszubildenden und Schülern zum Beispiel über die Zukunft unseres
Bildungssystems zu diskutieren: Unvergesslich.
2 Jahre blieb ich Kreisvorsitzender, und fortan kannte man uns in Karlsruhe: Mit vielen witzigen
Aktionen, schönen gemeinsamen Kneipentouren, Kulturbesuchen, Gesprächen,
programmatischer Arbeit und einem heftigen Kommunalwahlkampf sorgten wir für
eine Verdoppelung der Mitgliederzahlen – und erlebten eine wirklich
außergewöhnlich schöne Zeit.
Vier Jahre Landesvorsitzender der JuLis Baden-Württemberg
Die Untiefen Baden-Württembergischer Landespolitik
beschäftigten mich spätestens seit meiner Kooptierung in den Juli-Landesvorstand
und der darauf folgenden Wahl zum stellvertretenden Landesvorsitzenden für
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Kurz darauf gab der frisch gewählte
Bundestagsabgeordnete Florian Toncar sein Amt als Landesvorsitzender ab, und ich
trat gegen 2 Mitbewerber für seine Nachfolge an. Mit einer Stimme Vorsprung
wurde ich im zweiten Wahlgang als 18-jähriger zum jüngsten Landesvorsitzenden in
der Geschichte des Verbandes.
Den Liberalismus gerade auch in gesellschaftlichen
Fragen hochzuhalten und als Kraft der Veränderung in Baden-Württemberg
auszusprechen, was viele denken, bereitet mir seitdem große Freude. Im Jahr 2008
drohte uns Baden-Württembergern das schärfste Versammlungsgesetz Deutschlands –
Wir Julis haben es mit einer Initiative auf dem Dreikönigsparteitag verhindert.
Auch gegen das Baden-Württembergische Alkoholverkaufsverbot nach 22 Uhr sprach
sich die Landespartei aufgrund unserer Parteitagsinitiative deutlich aus – Eine
Frage, in der sich die FDP-Fraktion jedoch letztendlich nicht gegen die CDU
durchsetzen konnte. Als Bildung in Baden-Württemberg noch ein mehr oder weniger
unwichtiges Randthema war, brachten wir es mit einem Antrag zur Hauptschule auf
die Agenda.
Rückblickend betrachtet kann man sagen: Wir Julis haben uns in den
letzten 4 Jahren als Mahner eines konsequenten, umfassenden Liberalismus über
Parteigrenzen hinweg einen sehr guten Ruf erworben. Nach unseren Aktionen höre
ich oft in (FDP-)Kreisverbänden, wie gern doch so manch liberaler Senior bei den
Julis (gewesen) wäre; Ein besonders schönes und ermutigendes Lob.
Der tiefe Einblick in bisweilen ernüchternde politische Entscheidungsprozesse hat mich
fasziniert. Diese als Landesvorsitzender aktiv zu gestalten und dahinter einen
so heterogenen und kritischen Verband wie die Julis zu führen war die bisher
spannendste Aufgabe meines Lebens. Als Freund von leidenschaftlichen
Auseinandersetzungen, rhetorischen Spitzen und humorvoller Polemik lernt und
wächst man nahezu täglich. So werde ich mein Amt am 20. März 2010 nach 4 Jahren
als dienstältester Landesvorsitzender mit 1360 Mitgliedern zufrieden abgeben.
Ämter in und Kandidaturen für die FDP
Etwa ein Jahr nach meinem Eintritt bei den Julis trat ich nach längerem Zögern auch in die FDP ein. Seitdem bin ich Mitglied
des Kreisvorstands der FDP in Karlsruhe-Stadt. Im Jahr 2007 wurde ich Mitglied im Bezirksvorstand der FDP Mittelbaden, unter
anderem war ich dort stellvertretender Vorsitzender und Pressesprecher. Seit 2008 bin ich mit großem Rückhalt der 400
Delegierten als bester Neuzugang gewähltes Mitglied des FDP Landesvorstandes. Alle diese Ämter werde ich im Falle meiner Wahl
als Bundesvorsitzender nach Ablauf der regulären Amtszeit nicht weiter als gewähltes Mitglied fortführen, um mich zwar weiter
intensiv für die JuLis zu vernetzen – aber auch klare Prioritäten zu setzen.
Ansonsten bin ich in unserem baden-württembergischen Wahlsystem auch für den Wahlkreis Karlsruhe Ost als Ersatzkandidat angetreten, wo wir erfolgreiche 11,8% und damit ein Ergebnis deutlich über Landesschnitt holen konnten. Auch für die Kommunalwahl, bei der bei uns kumuliert und panaschiert werden kann, kandidierte ich zuletzt auf einem der hinteren Plätze und gewann durch das Wahlverfahren insgesamt 8 Listenplätze. Gerade die Erfahrungen bei Kandidaturen in der FDP haben mir gezeigt, wie wichtig der direkte Kontakt zu den Menschen vor Ort ist. Denn neben unseren sorgfältig ausgearbeiteten Konzepten müssen wir die Menschen dort überzeugen, damit unsere Ideale politische Realität werden können.